Nicht zu wissen, was als Nächstes kommt, lässt sich durch Planung nur begrenzt ändern.
Unternehmen verlieren Aufträge. Ein Projekt verzögert sich. Eine Zusammenarbeit endet. Auch im Privaten können Entscheidungen und Ereignisse den bisherigen Plan plötzlich infrage stellen.
In solchen Momenten entsteht leicht der Wunsch nach einer sicheren Erklärung: Warum ist das passiert, und wozu wird es gut sein? Eine Antwort ist oft nicht verfügbar. Trotzdem müssen Menschen entscheiden, wie sie weitergehen.
Vertrauen ist nicht dasselbe wie Gewissheit
Gewissheit würde bedeuten, den Ausgang zu kennen. Vertrauen kann etwas anderes sein: die Bereitschaft, den nächsten Schritt zu tun, obwohl noch nicht alles geklärt ist.
Das schliesst Trauer, Wut oder Verwirrung nicht aus. Wer eine schwierige Lage anerkennt, muss sie weder schönreden noch sofort einen Sinn darin finden. Es kann genügen, zu unterscheiden, was heute beeinflussbar ist und was noch offenbleibt.
Auch im Unternehmen ist diese Unterscheidung wichtig. Eine Führungskraft kann nicht versprechen, dass jede Entscheidung aufgeht. Sie kann aber offenlegen, was bekannt ist, welche Annahmen hinter einer Entscheidung stehen und wann sie überprüft wird.
Warum die Suche nach Sinn entlasten kann – und wo ihre Grenze liegt
Manche Menschen finden Halt in der Vorstellung, dass ein Bruch später einen Sinn ergeben wird. Andere möchten eine Situation ohne solche Deutung betrachten. Beides sind persönliche Arten, mit Ungewissheit umzugehen.
Problematisch wird es, wenn eine Deutung zur Behauptung über andere wird: dass jeder Verlust notwendig war, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht oder dass eine Krise automatisch etwas Besseres hervorbringt. Das lässt sich im Einzelfall nicht wissen.
Eine offene Haltung lässt Raum für beides: für Hoffnung auf eine neue Möglichkeit und für die ehrliche Feststellung, dass ein Ereignis gerade schmerzhaft und ungeklärt ist.
Hyrije Ismaili beschreibt ihr Urvertrauen
Hyrije Ismaili schrieb in einem LinkedIn-Post vom 25. September über ihr persönliches Urvertrauen. Nicht zu wissen, was als Nächstes komme, mache ihr keine Angst mehr, schreibt sie. Sie beschreibt das Gefühl, geführt zu werden, auch wenn sie die Richtung noch nicht verstehe.